16.12.2021 - Trinkwasser in Roggenburg - Stand der Dinge

Trinkwasseruntersuchung

Leider beschäftigt uns die Problematik in der Trinkwasserversorgung weiterhin. Es stimmen nach wie vor einzelne Parameter der Trinkwassereigenschaft nicht – auffällig sind insbesondere die Werte „Kolonienzahl bei 22°C“ und „Kolonienzahl bei 36°C“. 1 ml Grundwasser enthält ca. 10.000 Keime; maßgeblich ist die Anzahl der Koloniebildenden Keime die im Grundwaser aufgund der nährstoffarmen Umgebung im allgemeinen sehr gering ist. Diese Werte bedeuten keine unmittelbare Belastung des Trinkwassers sind jedoch Nährboden für schädliche Keime und müssen deshalb sorgsam beobachtet werden. Schädliche Keime selbst sind nicht nachweisbar. Die Chlorung des Trinkwassers muss sicherheitshalber weiterhin aufrechterhalten werden. Auf der Suche nach möglichen Ursachen wurden mittlerweile über 160 Dichtungen im neuen Hochbehälter getauscht, nachdem bei einigen Dichtungen ein auffälliger Biofilm festgestellt worden war. Dieser Dichtungstausch ist abgeschlossen, die Situation hat sich grundsätzlich verbessert. Allerdings scheint die Problematik noch nicht ganz ausgeräumt zu sein, die Suche nach weiteren Ursachen wird intensiv fortgesetzt.

 

Am 15.12. hat sich direkt am Brunnen in Biberach ein größeres (sprich mehrere Kubikmeter) großes Loch aufgetan. Das Ingenieurbüro KlingConsult, Krumbach, das uns bei den Trinkwasserbrunnen betreut, vermutet, dass das Brunnenrohr eingebrochen und das Erdreich in den Brunnen abgerutscht ist. Bei der Regenerierung und Kamerabefahrung im 2017 ist das Brunnenrohr noch als gut eingestuft worden. Ob diese Vermutung zutrifft lässt sich nur durch eine erneute Kamerabefahrung bzw. durch Lichtlotmessungen feststellen – der Brunnen fällt vorerst dauerhaft aus. Der Brunnen ist wegen erhöhter Trübungswerte – die zu diesem Phänomen passen würden – seit September nicht mehr am Netz.

 

Der Trinkwasserbrunnen 2 in Schießen ist wieder in Betrieb genommen worden. Auch an diesem Brunnen sind die Trübungswerte etwas erhöht, entsprechen aber den Vorgaben der Trinkwasserverordnung.

 

Das aus dem Brunnen Roggenburg geförderte Wasser enthält seit Kurzem Schwebstoffe, die sich im Labor überwiegend als Mangan herausgestellt haben. Der Mangangehalt lag bei der letzten umfassenden Untersuchung im Dezember 2020 noch unter der Nachweisgrenze. Warum sich das Trinkwasser im Brunnen Roggenburg die letzten Tage so verändert hat, ist (noch) nicht erklärbar. Wenn das Phänomen anhält, muss die Wasserversorgung im alten Roggenburger Hochbehälter sehr rasch um eine Station zum Ausfällen des Mangans nachgerüstet werden. Eine mögliche Erklärung liegt darin, dass der Brunnen Roggenburg seit September das Trinkwasser für alle Ortsteile fördert und damit an diesem Brunnen deutlich mehr Wasser entnommen wird, als früher.

 

Das Trinkwasser in allen Ortsteilen wird weiterhin engmaschig beprobt, derzeit entspricht das Wasser in den Haushalten allen gesetzlichen Vorgaben.

 

Gesundheitsamt, Gemeindeverwaltung, die beauftragten Fachbüros sowie die betroffenen Firmen arbeiten vertrauensvoll, engagiert und zielgerichtet zusammen.

 

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